Nord-Konzept mit Pro und Kontra bewertet

WIR kritisiert Verspätung und fordert Organisation für die Umsetzung / 

Pauschale Negativ-Bewertung abgelehnt / Rückendeckung für Senatsbeauftragten

„Inhaltlich nicht komplett und in der Fertigstellung viel zu spät“. So lautet ein zentraler Kommentar des Wirtschafts- und Strukturrates Bremen-Nord (WIR) zum „Integriertes Struktur- und Entwicklungskonzept Bremen-Nord“ (ISEK). Mit deutlicher Verspätung hatte der Senat Anfang Februar einen Beschluss zum Konzept gefasst. Neben der Verzögerung kritisiert der WIR besonders, dass ein erster Zeit-/ Maßnahmen-/ und Finanzplan ebenso fehle wie klare Aussagen zum Aufbau einer schlagkräftigen Umsetzungsorganisation. „Trotz dieser Defizite lehnen wir eine pauschale Abqualifizierung des Konzeptes ab“, verdeutlicht der WIR-Vorsitzende Rainer Küchen seinen Standpunkt mit Blick auf die kontroversen öffentlichen Diskussionen im beginnenden Wahlkampf.
Der WIR plädiert vielmehr dafür, die mit ISEK vorliegende umfassende Beschreibung der Standortprobleme für einen organisierten Umsetzungsprozess zur Erzielung nachhaltiger Verbesserungen zu nutzen. Die mit ISEK geschaffene Standortbeschreibung wäre aus Sicht des WIR ohne den Senatsbeauftragten für Bremen-Nord, Martin Prange, nicht möglich gewesen. „Das bestätigt die Richtigkeit unseres Einsatzes für die Einrichtung dieser Funktion und trotz kritischer Konzeptbewertung ist es uns ein Anliegen, Martin Prange für seine engagierte Arbeit zu danken“, ergänzt Küchen seine Ausführungen.

Mangelhafte Maßnahmen-Koordination

„Für die längerfristig angelegte Umsetzung des Konzeptes ist eine entsprechende Organisation notwendig“, erläutert Pressesprecher Bernhard Wies die Erwartungshaltung des WIR. Dazu erinnert er an die vom Bremer Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) bereits 2016 erstellte Untersuchung „Bremen-Nord / Chancen zur Neupositionierung nutzen!“. Das iaw kommt in seiner Ausarbeitung zum Ergebnis, dass bislang eine konsistente Koordination, Abstimmung und sinnvolle Bündelung der Aktivitäten für den Bremer Norden fehlt. Kritisch stellt das iaw ferner fest, dass die Aktivitäten in und für den Bremer Norden nebeneinander laufen, statt ineinanderzugreifen. Daraus resultieren die Vorschläge des iaw für ein Strukturprogramm Nord mit einer entsprechenden Organisation, die als Entwicklungsagentur Nord bezeichnet wird.
„Es ist für uns unverständlich, warum der Senat die fundierten Empfehlungen eines renommierten Bremer Fachinstitutes ignoriert“, drückt Bernhard Wies seine Verwunderung aus. So gebe es Beispiele aus anderen Bundesländern, in denen ähnliche Organisationsempfehlungen für die Umsetzung von strukturellen Verbesserungsprozessen erfolgreich genutzt wurden. „Wenn der Senat mit seinen Maßnahmen wirklich eine nachhaltig erfolgreiche Trendwende in Bremen-Nord erreichen will, dann muss er die Umsetzung besser als bisher organisieren“, so der WIR in seiner Presseerklärung.

Koalitionsvertrag nicht eingehalten

Mit der deutlich verzögerten und unvollständigen Erstellung von ISEK werden aus Sicht des WIR wesentlichen Inhalte für Bremen-Nord aus dem Koalitionsvertrag nicht eingehalten. Die angekündigte Konkretisierung der Maßnahmen- und Bearbeitungsstruktur für das Konzept werde offensichtlich in die nächste Legislaturperiode verschoben. Der WIR befürchtet, dass damit ein weiteres Konzept in der Schublade verschwindet.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          
„Wenn es uns ermöglicht wurde, haben wir uns stets konstruktiv und für die Interessen unseres Stadtbezirks in den Prozess der ISEK-Erstellung eingebracht“, erinnert Rainer Küchen und verweist darauf, dass zu diesem Engagement des WIR auch das gemeinsam mit der Handelskammer Bremen eingebrachte Forderungspapier „Zukunft Bremen-Nord“ gehöre. Die dort zusammenfassend angesprochenen Aspekte sieht der WIR in der vom Senat verabschiedeten ISEK-Fassung nicht ausreichend berücksichtigt.

Arbeitsplätze und Image

Beispielhaft nennt der WIR hierzu das Thema einer aktiveren Gewerbeflächenentwicklung. „Wir erkennen einerseits die Fortschritte im Industriepark West oder die Bemühungen auf dem BWK-Areal durchaus an“, so Bernhard Wies. Unverständlich sei es jedoch andererseits, wenn das Wirtschaftsressort von einer schwierigen Vermarktungssituation in Farge / Rekum spreche und gleichzeitig in nur geringer Entfernung auf dem Gebiet Schwanewede ein florierendes Gewerbegebiet entstanden sei. Mit Hinweis auf den nach wie vor deutlich unterentwickelten Bestand an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in Bremen-Nord sowie die damit verbundene hohe Arbeitslosenzahl fordert der WIR deshalb zusätzliche Anstrengungen für die Ansiedlung weiterer Betriebe und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Image-Defizite behindern die Bemühungen um ansiedlungswillige Betriebe ebenso wie die Gewinnung von Investoren, qualifizierten Arbeitskräften, Neubürgern, Konsumenten und Touristen. Deshalb erwartet der WIR auch klarere Aussagen und konkretere Maßnahmenplanungen für eine Imageverbesserung des Standortes Bremen-Nord. „Dies muss ein Teil der Maßnahmenumsetzung auf Basis von ISEK sein“, ergänzt Rainer Küchen seine Überlegungen.
Mit Blick auf seine mehr als 300 Mitglieder, darunter 270 Betriebe, betont der WIR die hohe Erwartungshaltung an ISEK und an eine professionelle Konzeptumsetzung. „Beides sind Themen, die zu unseren Aktionsschwerpunkten gehören und in der letzten Mitgliederversammlung deutliche Zustimmung gefunden haben“, erläutert Rainer Küchen das ausgeprägte WIR-Engagement und die Nachdrücklichkeit der damit verbundenen Forderungen für den Bremer-Norden.

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