WIR-Diskussion unter dem Titel „Bremen-Nord: Aufbruch mit neuer Qualität“

Es müssten sich doch angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs und des Baubooms auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland langsam auch für Bremen-Nord Tendenzen zeigen, die auf eine allmähliche Verbesserung hindeuten. Immerhin gebe es schon einige zarte Hinweise darauf. Das meinen das Unternehmerforum Bremen-Nord und der Wirtschafts- und Strukturrat (WIR) und hatten zu einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Bremen-Nord: Aufbruch mit neuer Qualität“ in die Strandlust eingeladen.


Nach der Begrüßung durch den WIR-Vorsitzenden Rainer Küchen betonte Dr. Joachim Lohse, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (Grüne), dass das Trinkwasser noch mehr geschützt werden müsse. Das Bremer Trinkwasser, so der Senator, werde zu hundert Prozent aus Grundwasser gewonnen. Die swb würde in Blumenthal ein Wasserwerk betreiben, das etliche Kubikmeter Wasser fördere. Insgesamt seien das knapp 16 Prozent des Trinkwasserbedarfs in Bremen. Die restlichen gut 84 Prozent kämen  aus dem niedersächsischen Umland: Im Wasserwerk Blumenthal werde das Wasser aufbereitet und genusstauglich gemacht. Lohse widersprach der Aussage, dass es in einem Schutzgebiet keine wirtschaftlichen Aktivitäten geben könne. Für Bremen gelte es die kostbare Ressource Wasser zu schützen. „Wir können dies nicht ernst genug nehmen“, führte er aus.
In puncto ÖPNV sei in Bremen-Nord eine Menge passiert, kein Stadtteil sei in der jüngsten Vergangenheit so gut versorgt worden. Darüber hinaus habe sich das BWK-Gelände fantastisch entwickelt und es gebe viel mehr Wohnbauprojekte als in den vergangenen Jahren. „Alle Verabredungen aus dem Koalitionsvertrag befinden sich in der Umsetzung“, so Lohse.
Martin Prange, Senatsbeauftragter für Bremen-Nord, meinte, Bremen-Nord habe Aufholbedarf, was den Wohnungsbau, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Ganztags-angebote für Eltern angehe. „Da müssen wir etwas tun“, lautete sein Appell. Pastor Michael Schmidt, Vorsteher der Stiftung Friedehorst, erklärte, die Menschen kämen zwar nach Bremen-Nord, es gelinge aber nicht sie zu beheimaten. Gute Bildung und gute Arbeitsplätze würden mehr denn je nachgefragt. Prof. Dr. Iris Reuther, Senatsbaudirektorin beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, erwähnte die Wohnungsbauoffensive des Senats, in Bremen-Nord seien der Lesumpark und das Tauwerkquartier Teil des Sofortprogramms. Bremen-Nord brauche aber auch bezahlbare Wohnräume und Angebote für älter werdende Menschen. Thorsten Nagel, geschäftsführender Gesellschafter der PROCON-Gruppe machte deutlich, dass Menschen dort leben wollten, wo es Angebote gebe. Der Wohnungsmarkt würde sich in den nächsten Jahren enorm verändern, nachgefragt würden neben Einfamilienhäusern auch kleinere Wohneinheiten.